Flutes & Percussion mit sensationellem Erfolg
bei der Deutschen Meisterschaft
Zum ersten Mal beteiligte sich Flutes & Percussion bei einer Deutschen Meisterschaft und holte sich auf Anhieb die Vizemeisterschaft in der Kategorie Spielleuteorchestern. 15 Vereine qualifizierten sich bundesweit für diesen nur alle 3 Jahre stattfindenden Wettbewerbs des Bundes Deutscher Musikverbände (BDMV).
Ganz entspannt gingen es die 33 Musiker der SV Kirchweyhe am vergangenen Wochenende an, denn „wir hatten uns seit Anfang des Jahres an 3 Probentagen gut vorbereitet und uns auf den Punkt konzentriert“, so Dirigent Rolf Hinrichs Aufgrund der Ferienzeit musste schon sehr früh ein genauer Probenplan erarbeitet werden, damit die Besetzung für die Proben und für die Deutsche Meisterschaft optimal ist. So mussten sogar noch Instrumente und Stimmen zwischen den Musikern neu aufgeteilt werden.
Die Entspannung wandelte sich recht schnell zur Anspannung um, als sich die Kirchweyher nach der Akklimatisierung im Konzertraum auf den Auftritt vorbereiteten. Quasi auf dem Gang wurden kurze Hosen und luftige Kleider mit der edlen „Konzertkluft“ getauscht, bevor es dann in den viel zu kleinen Einspielraum ging. Da die Wasserflaschen wichtiger als die Pauken waren, wurden diese kurzerhand beim Einspielen weggelassen. Dirigent Rolf Hinrichs hatte mit den Musikern und sich ein nachsehen und verkürzte die Einspielprobe auf das absolute Minimum. Deutschland führte gerade 2:0 als es mit allen Instrumenten auf die Bühne in den überhitzten Konzertsaal, ging – gutes Zeichen! Gefühlte 45°C, wenig Sauerstoff im Saal und total durchgeschwitzt – was tut man nicht alles für sein Hobby!
Mit einem Präludium von J.S. Bach wurde noch eine letzte Tonprobe auf der Bühne durchgeführt, gefolgt von der Anmoderation und den Erfolgswünschen der Jury.

„Vietnam Spring“ und „Lords & Ladies“, beides Kompositionen von Tobias Lempfer ließen nicht nur manchen Schweißtropfen über die Nase laufen, sondern, gepaart mit der Aufregung auf der Bühne, auch die Hände bei den Schlagzeugen verkleben. Gut das vorsorglich bereitgelegte Handtücher in der Nähe waren.
Glücklicherweise gab es neben der 4-köpfigen Fachjury doch eine ganze Menge Zuschauer, die sich unbedingt den Kirchweyher Vortrag anhören wollten anstatt dem Fußball zu folgen und so gab es lang anhaltenden Applaus für die zufriedenen Musiker.
Und plötzlich war alles vorbei.... Erleichterung, Freude und Glücklichkeit breiteten sich schnell auf der Bühne aus, denn „das war schon eine gewaltige Hausnummer, die wir abgeliefert haben“. Deutschland führt 3:0.
Anschließend wurden noch 10 Kubikmeter Instrumente und haufenweise Taschen verpackt bevor ein Gewitter noch für Feuchtigkeit von oben sorgte. Pünktlich mit dem 4:0 wird der Transporter verschlossen und die Kirchweyher können sich ins Musikergewühl auf dem Festplatz stürzen.
Am folgenden Sonntag zeigte sich dann, wozu die Mitwettbewerber in der Lage sind. Diese imponierten die jungen Kirchweyher dann schon mal mit der Anzahl der Musiker. Bis zu 70 Musiker sitzen teilweise auf der Bühne. Für das Instrumentarium rollt dann schon mal ein umgebauter 7,5 Tonner vor, der optimal für den Instrumententransport umgebaut wurde – wow! Eigene Helfer tragen die Instrumente auf die Bühne und bauen diese auf. Der Dirigent kommt auf die Bühne, nachdem der erste Flötist das Orchester wettbewerbsgerecht vorbereitet hat – wow. Dass in zwei verschiedenen Ligen gestartet wurde, verdeutlichte sich am Sonntag. In der Liga 1, in der auch Flutes & Percussion startete, waren echte „Hammermusikwerke“ zu hören, bei denen für den Laien oftmals Grenzen des Verständnisses erreicht wurden. Anders natürlich für die Jury, denn die hatten die Noten vorliegen und konnten das „Soll“ direkt mit dem „ist“ vergleichen.
Um 17.00 Uhr fand dann die lang ersehnte Siegerehrung auf dem wunderbaren Schlossgelände in Rastede ihren Höhepunkt der Deutschen Meisterschaft. Im Rahmen der Rasteder Musiktage marschierten nochmals alle 4300 Musiker auf. Alleine dies dauerte über 45 Minuten. Die Anspannung wuchs wieder an, denn es wurden alle Plätze von rückwärts vergeben. Aufatmen als es in den einstelligen Bereich ging, denn das war das Ziel für die Kirchweyher Musiker. 5, 4, 3, 2 – „Deutscher Vizemeister Flutes & Percussion“ – Wahnsinn!
Das nächste Mal wird der Deutsche Vizemeister am 29.08.2010 in der Scheune bei Gerd Brüning zu hören sein. Dann werden sich die Musiker mit den jun!ors, dem 40 köpfigen Vororchester, „verbünden“ und zu einem gemütlichem Scheunenkonzert einladen.
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